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Januar 2012

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Vereinschronik

Aus der Geschichte des GV Sängerbund Friedrichstal

 

Die Gründung des Gesangverein „Sängerbund“ fiel in die Zeit, als in Deutschland noch Kaiser Wilhelm II herrschte.

Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten verliessen am 10. November 1910 zwanzig singbegeisterte Männer den Männergesangverein „Liederkranz“ und gründeten eine neue Chorgemeinschaft, der sie den Namen „Sängerbund“ gaben. Als Vereinslokal wählten sie das Gasthaus „Zum Schwanen“. Ihr Erster Vorsitzender war Julius Schanz. Der neue Verein hatte mit vielen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Nachdem die ersten Jahre durch zahlreiche Dirigentenwechsel gekennzeichnet waren, gelang es 1914, Adolf BEHLE sen. zu verpflichten, unter dessen Leitung eine kontinuierliche gesangliche Aufwärtsentwicklung begann. Während des 1. Weltkrieges bildeten die beiden Gesangvereine „Liederkranz“ und Sängerbund" eine Notgemeinschaft, um wenigstens den Gefallenen beim Trauergottesdienst die letzte Ehre erweisen zu können.

Bereits 1921 bestand der Chor des „Sängerbund“ aus 71 und sechs Jahre später sogar aus 96 Sängern, die bei vielen regionalen und überregionalen Gesangswettbewerben grosse Erfolge erzielten. 1936 setzte sich Adolf Behle sen. zur Ruhe. Als neuer Chorleiter kam Rolf UMMENHOFER.

Die Zeit des Zweiten Weltkrieges ging auch am „Sängerbund“ nicht spurlos vorüber, mussten doch viele hoffnungsvolle Männer ihr Leben für das Vaterland lassen. Im Februar 1946 trafen sich 27 Männer mit dem Ziel, den „Sängerbund“ wieder aufleben zu lassen. Doch stieg die Zahl der Sänger im Laufe dieses Jahres bereits auf 70 an, sodass schon im Dezember sogar ein Konzert aufgeführt werden konnte.

Nach der Versetzung des Ehrenchorleiters Rolf Ummenhofer nach Freiburg wurden die folgenden Jahre von ständiger Chorleiterwechsel bestimmt, was dem Verein kaum Erfolge einbrachte. im Jahr des 50jährigen Bestehens des „Sängerbund“ 1960 wurde von dem musikbegeisterten und engagierten Sänger Werner Montag der erste Kinderchor gegründet, der in den 12 Jahren seines Bestehens eine sehr positive Bereicherung für den „Sängerbund“ bedeutete.

Im Jahr 1964 übernahm Horst Fürniß die Dirigentenschaft, womit wieder ein Aufwärtstrend in den gesanglichen Leistungen des „Sängerbund“ verbunden war. Ebenfalls 1964 wurde der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Karlsruhe eingetragen.

Bis zum Jahre 1968 fanden die alljährlich durchgeführten Sängerfeste im Freien bzw. in einem eigens dafür aufgestellten Festzeit statt. Man hatte für Konzerte und andere gesellige Veranstaltungen keine geeigneten Räume zur Verfügung. Daher kamen die Mitglieder nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss, eine eigene Halle zu bauen. Nach nur viermonatiger Bauzeit konnte im August 1969 das Richtfest gefeiert werden. Der Neubau erhielt den Namen „Sängerhalle“. Diese vereinseigene Halle wurde ein Treffpunkt für die unterschiedlichsten kulturellen und gesellschaftlichen Anlässe im Ort. In den folgenden Jahren reichte der Platz in der für viele Veranstaltungen nicht mehr aus, sodass man sich entschloss, weitere Um- und Anbaumassnahmen in den Jahren 1981 – 1984 durchzuführen. Um darüber hinaus noch bessere Probemöglichkeiten zu haben, wurde die „Sängerhalle“ in den Jahren zwischen 1993 und 1997 noch einmal durch einen Erweiterungsbau vergrössert.

Im Jahre 1970 konnte nicht nur der „Sängerbund“ sein 60-jähriges Bestehen feiern, sondern auch der Kinderchor wurde 10 Jahre jung, ein Anlass, bei dem auch ein grosses Kinderchorsingen stattfand. 1971 verlies Herr Fürniß den Verein, und Herr Kutschinsky übernahm sowohl den Männerchor als auch später den Kinderchor. Doch verkraftete der Kinderchor diesen Chorleiterwechsel nicht, sodass im September 1972 die Chorproben eingestellt wurden.

1974 gelang es der Vorstandschaft nach langer Suche nach einem geeigneten Dirigenten, um dem Chor neue musikalische Impulse zu geben, Herrn Musikdirektor Franz Josef SIEGEL als Chorleiter für den Verein zu verpflichten. Mit seiner ersten Chorprobe im August 1974 begann für den „Sängerbund“ eine neue Ära. In kürzester Zeit gelang es Herrn SIEGEL, aus dem Männerchor einen homogenen und leistungsstarken Klangkörper zu formen, der in den folgenden Jahren bei zahlreichen Gesangswettbewerben, bei Konzerten und Liederabenden sein Können unter Beweis stellte.

1976 wurde in der Sängerhalle die erste Schallplatte aufgenommen. Mittlerweile war die Anzahl der Sänger auf 100 gestiegen. Einen weiteren Höhepunkt für den Verein bedeutete 1979 ein Konzert mit dem Kammersänger Heinz HOPPE. Als herausragende Ereignisse seien - stellvertretend für viele andere - ferner die beiden grossen Opern- und Operettenkonzerte in den Jahren 1986 und 1996 genannt.

Mit der Gründung eines Frauenchores erfüllten sich der „Sängerbund“ und sein Chorleiter einen lang gehegten Wunsch. Am 20. Mai 1980 fand die erste Chorprobe statt, bei der 32 Sängerinnen anwesend waren. Bis zum Jahre 2000 hat sich diese Zahl auf fast 70 Sängerinnen erhöht. Schon kurz nach seiner Gründung bereicherte der Frauenchor mit einer hervorragenden Leistung das Programm bei der Feier anlässlich des l0-jährigen Bestehens der Sängerhalle. In den darauffolgenden Jahren gewann der Frauenchor noch viele gesangliche Wettbewerbe.

130 Chöre und über 6000 Sängerinnen und Sänger feierten 1985 gemeinsam mit den Chören des „Sängerbund“ dessen 75-jähriges Jubiläum mit Freundschaftssingen und Gesangswettbewerben. Gleichzeitig wurde der Frauenchor 5 Jahre „jung“.

Ein Jahr später, 1986, wurde erneut ein Kinderchor gegründet, der bis 2006 fortbestand. In Frau Monika BAUMANN fand man eine engagierte Chorleiterin, die es verstand, junge Menschen zu motivieren und für den Chorgesang zu begeistern. Bei einem gemeinsamen Weihnachtskonzert 1988 zeigten alle Chorgattungen des „Sängerbund“ ihr hervorragendes Können.

Im Jubiläumsjahr 2000 hat der Verein gleich drei gründe zum Feiern: Neben „90 Jahre Sängerbund“ auch das 20-jährige Bestehen des Frauenchores, ferner schwingt Franz Josef Siegel seit 25 Jahren den Taktstock bei unserem Verein.

Im Rahmen eines Fest- und Ehrenabends am 19. März 2000 haben alle unsere Chöre ihre ausserordentlichen musikalischen Fähigkeiten gezeigt.

 

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